die große Spiegelreflexkamera-Verlosung

Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an den Artikel “Meine 5 fotografischen Vorbilder“  und in diesem Zusammenhang an den Namen Daniela Reske. In diesem Artikel stellte ich unter anderem die selbständige Fotografin aus Tübingen vor. Sie ist eine der Fotografen, deren Bildstil mich absolut begeistern. Auf Daniela Reskes Arbeiten bin ich über ihre Webseiten aufmerksam geworden, auf der sie ihre Arbeiten zur Natürlichen Portraitfotografie und Moderner Hochzeitsjournalismus zeigt. Nun konnte ich Daniela für ein Interview gewinnen, welches Du im Folgenden findest.



Was fasziniert Dich an der Fotografie am Meisten und wie bist Du zum Fotografieren gekommen?


Rückblick


Soweit ich denken kann habe ich schon immer sehr gern fotografiert. Als kleines Mädchen habe ich viel experimentiert und eine Lochkamera aus einem Schuhkarton gebaut. Die Anleitung damals bekam ich von meiner Kunstlehrerin und ich fand es total spannend dass ich nun tatsächlich meine eigenen Bilder machen konnte. Später ließ das Interesse allerdings wieder etwas nach und andere Hobbys waren interessanter. Erst kurz bevor meine Tochter auf die Welt kam entflammte die Leidenschaft für die Fotografie wirklich neu auf, aber ich kann heute gar nicht mehr genau sagen was der Auslöser hierfür war, aber ich war definitiv mit dem Fotografie- Virus infiziert und schon Monate bevor ich überhaupt (endlich) meine erste Spiegelreflexkamera in den Händen hielt hatte ich mir schon viel theoretisches Wissen angeeignet. Ich habe alles aufgesogen was mit Fotografie zu tun hatte, das ging mir vorher bei anderen Dingen nie so.



Wie hast Du dir das Wissen erarbeitet?

Anfangs habe ich also viel gelesen und ausprobiert, aber das ging eher noch in die technische Richtung. Wenn man viel ausprobiert dann hat man die Technik schnell im Griff behaupte ich jetzt mal. Als ich das dann konnte wollte ich wissen wie man diese tollen natürlichen Bilder von Kindern und Erwachsenen macht die man ständig in den Zeitschriften oder in der Werbung sieht und ich suchte im Internet nach Workshops oder ähnlichem – leider vergebens. Man kann in vielen Workshops lernen wie man mit der Kamera umgeht, wie man Menschen in Pose stellt oder wie man eine Hautretusche durchführt, aber es gab zu mindestens damals keinen Workshop in dem einem erklärt wurde wie man diese tollen Momente einfängt, wie Bilder so lebendig werden und so farbenfroh, wie man mit den Menschen vor der Kamera umgeht, wie man das natürliche Licht am besten für sich ausnutzt usw. Ich bin zwar auf einige Fotografen gestoßen die genau das schon konnten was ich wollte, aber vor wenigen Jahren war die natürliche Fotografie noch nicht so populär, zumindest nicht in den Bereichen in denen ich fotografiere wie Kinder, Familien und Hochzeiten. Letztendlich habe ich viel ausprobiert und mich vor allem auch mit anderen Fotografen ausgetauscht und immer versucht meine Ergebnisse zu perfektionieren. Sicherlich gehört auch etwas Talent und eine gute Portion Ehrgeiz dazu. Man darf nie aufhören sich weiterzuentwickeln!



Mit welchem Equipment arbeitest Du?


Weitblick


Ich arbeite mit dem Canon- System u. a. einer EOS 5D und EOS 5D MkII und diversen Objektiven, vorzugsweise Festbrennweiten. Die sind zwar weniger flexibel, dafür aber unschlagbar lichtstark!



Wie muss man sich Deinen Arbeitsplatz vorstellen?

Ich habe bei mir zuhause ein kleines Büro in dem ein großer Eckschreibtisch steht. Hier stehen mein Mac für die Bildbearbeitung und auch noch ein Windows- PC an dem ich die Buchhaltung und diverse andere Sachen mache. Überall hängen natürlich Bilder oder Fotokalender, aber wirklich repräsentativ ist es hier nicht. Mein Traum wäre ein tolles Tageslichtstudio bzw. Atelier das komplett ohne künstliches Licht auskommt… daran werde ich in den nächsten Jahren arbeiten.



Worauf legst Du beim Fotografieren wert?


Brautpaar

 

Auf eine entspannte Atmosphäre! Ich versuche immer mir ausreichend Zeit für meine Kunden nehmen und achte darauf dass ich niemals von Termin zu Termin hetzen muss, deshalb nehme ich auch meist nur einen Termin pro Tag an.



Planst Du deine Fotoshootings konkret vor oder entstehen die Ideen vor Ort?

Die Ideen und Motive entstehen fast immer eigentlich vor Ort. Meistens lassen mir meine Kunden da auch “freie Hand”, hin und wieder gibt es natürlich auch spezielle Wünsche umzusetzen. Da ich immer “on Location” arbeite und oft auch über weitere Entfernungen gebucht werde weiß ich vorher oft gar nicht was mich erwartet. Aber ich mag das sehr gern, denn spontan entstehen oft die besten Bilder und im Prinzip findet man fast überall schöne Ecken, man muss sie nur sehen.



Wie suchst Du die Location für ein Fotoshooting aus? Worauf achtest Du dabei?


Junge


Meistens lasse ich die Kunden entscheiden wo die Bilder gemacht werden, denn ich finde es toll zu einem Menschen die passende Location zu haben. Allerdings kenne ich meine Kunden ja vorher nicht bzw. nur vom Telefon also frage ich ein bisschen nach was es in der Umgebung des Wohnortes gibt oder ob es einen Ort gibt mit dem sie vielleicht etwas verbinden. Bei einem Paar kann das zum Beispiel der Ort sein an dem sie sich kennengelernt haben, für die Kinder vielleicht der Lieblingsspielplatz oder der eigene Garten. Grundsätzlich versuche ich immer alles zu realisieren auch wenn mal außergewöhnlichere Ideen im Raum stehen. Wie schon mal erwähnt bin ich der Meinung dass man an fast jedem Fleck der Erde schöne Bilder machen kann, ich bin auch gern in der Natur um Bilder zu machen. Wichtig ist dass die Location eben zur Person passt.



Es heißt ja, dass das Licht vor und nach Sonnenauf- und untergang am besten ist und man mittags nicht fotografieren sollte. Als selbständige Fotografin wird das aber kaum möglich sein, die Kunden nur zu diesen Zeiten zu bestellen. Wie löst Du dieses Problem?

Doch, ich tue genau das. Im Hochsommer versuche ich die Mittagszeit zu meiden und meine Shootings in die Nachmittags- und Abendstunden zu legen. Ich möchte für meine Shootings die bestmöglichen Lichtverhältnisse des Tages und meine Kunden verstehen das in der Regel auch sehr gut. Allerdings ist es zugegeben natürlich nicht immer toll wenn man so licht- und wetterabhängig ist. Im letzten Jahr kam es 3- Mal vor dass ich Termine absagen oder verschieben musste weil es regnete oder einfach zu dunkel war. Bei Hochzeiten geht das natürlich nicht, da muss man mit dem arbeiten was man bekommt, hier habe ich aber auch immer ein bisschen Lichttechnik dabei für den Ernstfall (und für abends!).



Warum glaubst Du, bist Du heute da wo du bist?


Kinder


Weil ich das liebe was ich tue!



Hast du beim Fotografieren oder in der Nachbearbeitung Vorbilder, die Dich motivieren und inspirieren?

Konkrete Vorbilder habe ich nicht. Ich habe mich natürlich inspirieren lassen, zumeist bei den amerikanischen Fotografen die uns vor einigen Jahren oft noch einige Schritte voraus waren. Ich meine aber dass das sich mittlerweile geändert hat und es auch hierzulande viele tolle und talentierte Fotografen auf dem Gebiet der natürlichen Fotografie gibt.



Wie würdest Du deinen Bildstil beschreiben?


Herbststunden


Das Schwierigste ist für mich meinen eigenen Stil zu beschreiben. Ich würde sagen er reicht von inszeniert bis spontan, aber niemals arbeite ich mit steifen Posen. Auch wenn ich hin und wieder gern Schwarz- Weiß- Bilder mache so ist mein Stil doch eher farbig. Ich liebe Farben… hell, leuchtend und warm. Ich achte auch schon bevor ein Bild entsteht auf Farben in der Umgebung.



Wie bearbeitest Du deine Bilder nach?

Die ersten Arbeitsschritte erfolgen in Lightroom. Hier werden die Bilder selektiert und Grundkorrekturen durchgeführt. Insbesondere die Kontrast- und Farbregler werden bei mir intensiver bedient, allerdings bei jedem Bild anders und immer aus dem Bauch heraus. Feinretusche oder sonstige Kreativbearbeitungen werden dann in Photoshop durchgeführt, aber das ist eben auch sehr abhängig vom Bild. Ich arbeite auch mit einem Grafiktablett welches ich wirklich nicht mehr missen möchte. Einmal war mein Stift kaputt, das war wirklich grausam als ich alles mit der Maus machen musste.



Wie hast Du dir Deinen Bildstil, Deine persönliche Handschrift erarbeitet, an der man sofort Deine Bilder erkennt?


Mutter


Erkennt man das denn wirklich? Ich arbeite eigentlich immer solange an meinen Bildern bis sie mir gefallen. Wobei, wenn ich ehrlich bin ist man eigentlich nie zufrieden. Auch heute versuche ich immer noch perfekter und besser zu werden. Jedenfalls gehe ich hierbei nicht nach einem bestimmten Schema vor, vielmehr ist es einfach mein persönlicher Geschmack der meine Bilder zu dem macht was sie sind, vielleicht erweckt es deshalb den Eindruck dass meine Bilder aus einer Feder stammen.



Welchen Tipp hast Du für die jenigen, die ihren Bildstil noch nicht gefunden haben?

Ich denke wenn man eine Sache lange genug macht und vor allem mit Leidenschaft macht dann wird jeder irgendwann einen Stil entwickeln (vielleicht geht es bei dem Einen schneller als bei dem Anderen). Nur ist es mit dem Fotografie- Stil in etwa so wie mit der Mode. Alles kann, nichts muss… und vor allem kann und muss es nicht jedem gefallen!



Herzlichen Dank dass Du dir für dieses Interview Zeit genommen hast, Daniela!

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2 Kommentare

manneNo Gravatar

Super Interview und schicke Bilder!

Interview auf Fotoholiker.com | Daniela Reske | Fotografin unterwegs in Tübingen, Reutlingen, Stuttgart und Umgebung

[...] Autorin Julia Stern hat mich zu einem kleinen Interview eingeladen das Sie nun auf Ihrem Blog “Fotoholiker” veröffentlicht [...]

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