Dies ist ein Gastartikel von Dennis Spohr, er ist 19 Jahre alt und auch unter zzipp bekannt.. Er ist der Autor eines eigenen Blogs, welches viele Themen rund um die Fotografie, sein Leben und sonstigen Dingen enthält. Während er beruflich eine Ausbildung zum Fachinformatiker macht, beschäftigt er sich in seiner Freizeit zum größten Teil mit der Fotografie und ist somit schon in einige interessante Bereiche hineingerutscht. Unter www.fc.zipp.de kann man sich seine Fotos anschauen.
Kompaktkamera. Was verbindest Du mit diesem Begriff? Ich denke eine hohe Anzahl von Fotografen, und damit meine ich Fotografen, die etwas professioneller arbeiten, werden an das Wort knipsen denken und damit verbunden vielleicht sogar an schlechte Fotos. Mit schlecht meine ich nicht, dass diese Fotos keiner sehen möchte, alle unscharf oder sonst etwas sind. Nein, ich meine Fotos, die nicht an einen gewissen Maßstab herankommen.
Nun– ist das wirklich so? Kann man mit einer Kompaktkamera keine guten Fotos machen? Kommt eine digitale Kompaktkamera nicht an eine digitale Spiegelreflex heran? Logischerweise sind in einigen Richtungen klar die Grenzen in der Technik gesetzt. Mit einer Kompaktkamera bekomme ich sicherlich nicht die gleiche Qualität hin. Das ist logisch und für jeden nachvollziehbar. Doch brauche ich diese Qualität immer? Ich denke nein.
Ich habe vor knapp 3 Jahren mit der Fotografie angefangen. Zur damaligen Zeit hatte ich eine Canon Powershot A400. Ich habe fast ein Jahr mit ihr fotografiert und war immer super mit ihr zufrieden. Es wurde nie ein Gedanke an eine bessere Kamera verschwendet. Im Nachhinein ist mir der Grund klar geworden:
Technik schön und gut. Es gibt tolle Möglichkeiten, und interessante Technologien. Doch ist die Kreativität nicht viel wichtiger? Ist es nicht viel wichtiger eine Idee zu haben, die noch niemand zuvor hatte? Dabei unterstützt mich keine Technik. Sie kann mir nicht sagen “Probiere doch mal …”. Nein, unsere eigene Idee und Experimentierfreudigkeit bringt uns weiter und macht unsere Fotos zu etwas Besonderem. Die teuerste Technik bringt mir nichts, wenn ich keine Ideen habe. Fotografie heißt für mich, sich mit dem Motiv auseinander zu setzen. Der Bildausschnitt, die Belichtung, die Wirkung, und vieles mehr spielen eine sehr wichtige Rolle, vielleicht sogar die Größte.

Dieses Bild wurde mit der Canon Powershot A400 aufgenommen.
Es ist mir schon oft aufgefallen: Da läuft ein Fotograf mit einer sehr guten Kamera. Er hat ein dickes Objektiv dabei und natürlich eine Sonnenbrille auf. Er fotografiert, fotografiert und fotografiert. Für meinen Geschmack viel zu viel. Später schaue ich mir auf seiner Homepage seine Fotos an. Die Seite an sich sieht ansprechend und sogar recht professionell aus. Doch dann der Schock: Was sind DAS denn für Fotos? Das hätte auch ein Mensch, der keinerlei Ahnung von Fotografie hat, ohne Probleme machen können.
Dieser Mensch hat Geld und ein scheinbares standhaftes Auftreten. Leider hat er keinerlei Kreativität, nicht einmal die kleinsten Ideen konnte er hervorbringen. Diese Tatsache wird ihn nicht sonderlich weit bringen.
Auf der anderen Seite. Dort steht ein junger Mann mit einer Kompaktkamera. Er wird (vielleicht auch unbewusst) sofort in eine andere Kiste gesteckt. Der macht bestimmt keine anspruchsvollen Fotos. Später stolpere ich zufällig über seine Fotos. Wow! Die Qualität ist nicht die Beste, doch die Ideen und die Art der Umsetzung gefällt mir sehr. Ich werde öfters mal vorbeischauen und mir seine Fotos anschauen. Dieser Fotograf hat eine viel größere Chance weiterzukommen.
Mein Fazit:
Man kann eine noch so tolle Ausrüstung besitzen – gute Fotos macht man deswegen noch lange nicht. Tolle Technik hin und her, die Umsetzung eines Fotos ist viel, viel wichtiger.
Was meinst Du? Was für Erfahrungen hast Du damit gemacht?
Julia Stern


Sicherlich kann man mit Kompaktkameras gute Fotos machen. Allein die technische Seite (kleiner Sensor, dadurch zwingend Objektive mit kurzer Brennweite im Einsatz) macht einem in gewissen Situationen einen Strich durch die Rechnung.
Wer kreativ ist und ein gutes Auge für Kompositionen hat, wird auch mit einer Kompaktkamera interessante Ergebnisse erzielen. Aber die Möglichkeiten sind mit einer DSLR einfach vielfältiger.
Interessant, auch mal einen Beitrag zu dieser Seite der Fotografie zu lesen. Leider gibt es im Bereich der Fotografie noch zu viele Angeber, die meinen erstmal eine teure Ausrüstung kaufen zu müssen, dann mit einer 1D oder 5D ankommen und grausame Bilder machen. Anfänger werden bei Fototreffen durch die Ausrüstung erstmal abgeschreckt und trauen sich noch nicht einmal ihre Bilder zu zeigen.
Wichtig is eben immer die Aussagekraft des Bildes und noch nicht einmal unbedingt die Schärfe.
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Technik weniger wichtig für gute Fotos ist, denn seien wir mal ehrlich, wer lässt seine Fotos schon so drucken/veröffentlichen, dass er die super Qualität der besseren Technik braucht? Einziges Manko an den Kompakten, weshalb ich nun auch umgestiegen bin, sind die eingeschränkten Möglichkeiten der manuellen Einstellung. Bisher habe ich meine besten Fotos auch mit der Kompakten gemacht, allerdings wird man dort eher dazu verleitet einfach nur abzudrücken und sich nicht mit dem Motiv auseinanderzusetzen.
Aber ich denke jeder, der Spaß am Fotografieren hat und auch kreativ an die Sache heran geht, wird gute Fotos machen. Meistens kommt dann allerdings irgendwann ein Punkt, an dem man dann auch über die erhöhten technischen Möglichkeiten einer anderen Kamera nachdenkt!
[...] bei pakami veröffentlicht. Heute geht es mit dem 2. Gastartikel weiter. Das Thema heißt Kompaktkamera = knipsen? und wurde heute Morgen bei fotoholiker.com veröffentlichet. Ich lese diesen Blog schon seit etwas [...]
Ist ja mein Reden. Mit einem gutem Auge und einer “guten” Kompakten, kann man auch hervorragende Ergebnisse erzielen. Es muss nicht immer gleich eine DSLR sein. Das Bild spricht jedenfalls für sich und die Powershot.
Ich kann dem nur zustimmen. Mich haben in erster Linie die eingeschränkten Einstellungsmöglichkeiten und die technischen Schranken (Bildrauschen, Schärfentiefe, …) zum Kauf einer DSLR bewogen. Ohne diesen Gründen würde ich heute noch mit einer kompakten Kamera fotografieren. Wobei ich zugeben muss, dass meine Begeisterung für die Fotografie, durch die DSLR nochmal deutlich gestiegen ist. :) Das ist aber ein rein subjektiver Faktor.
Das Foto oben im Artikel ist, wie ich finde, ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man auch mit einer Kompakten beeindruckende Bilder machen kann!
Da muss ich dir voll und ganz Recht geben. Keine Kamera und kein Objektiv der Welt können dir helfen ästhetische Bilder zu schießen, wenn dir ein Auge für das gewisse Extra fehlt! Ich habe Fotografen kennenlernen dürfen, die mit den einfachsten Kameras weitaus bessere Ergebnisse erzielt haben als welche, die eine Ausrüstung im Wert eines Kleinwagens besitzen.
Da habe ich doch gerade noch ein Zitat in einem anderen Artikel bei Fotoholiker gefunden:
Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.
Gisèle Freund
Da stimme ich dir wirklich zu.
Ich habe angefangen zu fotografieren, weil jemand (eine für mich sehr wichtige Person) zu mir sagte, dass ich Talent habe und ein Auge für ein gutes Foto. Die Fotos habe ich alle mit der Kompakten von der Arbeit gemacht.
Weil ich eh eine Kamera kaufen musste (ich hatte bis dahin keine), kaufte ich direkt eine Spiegelreflex. Und ich kenn zwar durch ein Seminar inzwischen einige Funktionsweisen, doch noch längst nicht alle. Ich denke, mit einer Kompakten wären meine Fotos genauso gut. Und manchmal ärgere ich mich auch, dass ich keine habe, weil man die viel besser mitnehmen kann!
Das ist es doch, was ich immer sage: Nicht die Kamera macht das Bild, sondern die Person dahinter. Auch wenn die technischen Möglichkeiten einer DSLR natürlich immens sind, doch was nützt einem die beste Technik, wenn man mit ihr nicht umgehen kann ?
Ich seh das gerade im Freundeskreis: Seit ich mit meinen Bildern bissel Kohle verdienen konnte, kaufen alle wie wild lustige Einsteiger-Angebote von Media Markt oder Saturn. Ist ja schließlich günstig, weil ist ja mit zweitem Objektiv…*gähn*
Keine drei Tage später klingelt dann mein Telefon: “Du…sag mal, wie geht denn das….die Bilder sehen alle irgendwie so scheiße aus…trotz Vollautomatik. Und wofür sind eigentlich die anderen Programme ?”
Noch Fragen ?
Ich kenne wen, der ist nicht Fotograf, sondern Foto-Ausrüstungs-Sammler. Er rüstet ständig auf, kauft immer teurere Objektive, immer bessere Software und für Hunderte von Euro Photoshop-Tutorial-DvDs. Bisher habe ich noch kein gutes Bild von ihm gesehn. Und wie er sein eingescanntes Vorfahrenbild bearbeitet – Stichwort Kontrast etc. -, wusste er auch nicht.
Sagen wir so: Ein guter Fotograf kann mit einer guten Kamera bessere Bilder machen als mit einer schlechten. Aber ein Großteil des Bildes hängt nun mal vom Fotografen ab. Ach ja, und er hat mal ein Hochzeitsfoto gemacht. Scharf – und richtig belichtet – war das Fenster, welches im Hintergrund zwischen dem glücklichen Paar war :D.
[...] Kompaktkamera = Knipsen? [...]
Wahre Worte!
Vor vielen Jahren habe ich einem Freund, der damals für eine altbekannte Kreuzfahrschiff-TV-Produktion eines öffentl. rechtl. Senders als Kostümbildner viel durch die Welt reiste, eine ixus 400 empfohlen. Der kam (für seine Ansprüche völlig zufrieden mit der Kamera) einmal aus Thailand zurück mit Fotos, die der Kameramann der Produktion mit dieser Kamera gemacht hat.
Es ist eben doch das Auge. Und nur das Auge.
Danach hatte ich das dumme Gefühl, das war gar nicht ich, die am Ende (damals vor meinem Umstieg auf DSLR) mit meiner ixus II war – die Kamera war vielleicht am Ende mit mir? ,-)
Ich will diesen Technik-Käufern gar nicht unterstellen, sie könnten nicht mit den Kameras umgehen. Das können sie. Ich mag diese Menschen, denn sie haben mir bei meinem Einstieg in die Spiegelreflexfotografie mit ihrem profunden Wissen immer sehr geholfen. Nur der Umgang mit der Technik reicht da eben nicht. Man muss sehen können.
Ich kann nur dem zustimmen ich beabsichtige eine neue Kompactkamera zu kaufen (samsung wb 5000) obwohl sie wegen der Bildqualität schlecht bewertet wurde
Der Grund ist ein anderer die Kamera sollte sehr gut ausgestattet sein viele Möglichkeiten zu technichen Spielereien
Ich will eine Fotreportage von Prenzlauer Berg machen aber in einer Weise wie ich den kleinen Bezirk haben möchte mit Bunten Häusern und die kleine versteckte Kunst will ich so Präsentieren wie ich das sehe
Mit den richtigen Anwendungen,Stifttablett und einer tollen Kamera kann man die Welt verändern was so Wunderbar an der Sache ist Fantasie und Kreativität das erkennen und schätzen lernen der Farben
Sehr schöner runder Artikel, dem ich nur zustimmen kann.
Sicherlich setzt einem eine Kompaktkamera auf der technischen Seite engere Grenzen als eine DSLR. Na und? Um so größer ist doch die Herausforderung, TROTZDEM gute Fotos zu machen. Man ist gezwungen viel intensiver über den Bildausschnitt und die Komposition nachzu denken. Auch muss man seine Beine mehr benutzen, da man nicht einfach beliebig am Zoom drehen kann. Und gerade dabei, habe ich schon oft interessante Perspektiven entdeckt, die mir sonst wahrscheinlich nicht aufgefallen wären.
Sicherlich ärgere ich mich auch oft darüber, dass ich keine Spiegelreflex habe sondern nur eine Powershot A530, aber als Student muss ich auch ein wenig aufs Budget achten.
und ich denke trotzdem, dass sich das eine oder andere Foto von mir sehen lassen kann.
Zumal es dieses hier sogar bei Whitewall in den Kunstmarkt geschafft hat. http://bjoern-kraus.de/fotografie/index.php?showimage=27 Nicht unbedingt der Ort für Knippsbilder… ;-)
Habe den Bericht mit Interesse gelesen, kann ihm nur voll und ganz zustimmen. Meine Erste war auch eine Canon, und zwar die A30. War sehr zufrieden mit ihr und dann kam die A520. Habe auch mit der sehr viel rumexperimentiert, viel ausprobiert und war immer wieder freudig überraascht, was die ‘Kleene’ so alles konnte.
Nun bin ich bei der Pentax K10D angelangt und ja, ich fotografiere auch mit analogen Objektiven, weil’s Geld nicht für die teuren, lichtstarken Autofocus-Objektive reicht.
Aber egal, ich habe Spaß beim ‘Knipsen’ und DAS ist mir wichtiger als jede noch so große ‘Tüte’.
Frohe Ostern allerseits und immer
Gut Licht
Norbert
“Gute Fotografen können auch mit schlechten Kameras gute Fotos machen.
Schlechte Fotografen können auch mit guten Kameras schlechte Fotos machen.”
Hab ich mal irgendwo gelesen. Passt hier genau richtig und sagt alles… :)