die große Spiegelreflexkamera-Verlosung

Hast Du schon einmal versucht ein Feuerwerk zu fotografieren? Wenn ja, dann wirst Du bestimmt gemerkt haben, dass das nicht gerade eine leichte Aufgabe ist. Und zwar aus mehreren Gründen. Einerseits ist der dunkle Nachthimmel, der sich plötzlich erhellt für die Belichtungssteuerung einer Kamera eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Ein weiteres Problem ist der Autofokus der Kamera. Dieser wird Dir beim Fotografieren eines Feuerwerks kaum etwas nutzen. Das Motiv, das Du fotografieren möchtest, entsteht plötzlich und verschwindet genau so schnell, wie es gekommen ist. Bevor der Autofokus bemerkt, dass sich etwas im Sucher geändert hat, ist das spektakulläre Schauspiel schon längst wieder vorbei. Ein weiterer erschwerender Faktor: Die Feuerwerke sind häufig weit entfernt, weshalb man ohne ein gutes Teleobjektiv meist aufgeschmissen ist. Dennoch ist es kein Hexenwerk, tolle Aufnahmen zu erzielen und richtig vorbereitet kann eigentlich fast nichts mehr schief gehen.


Die Ausrüstung

• Kamera mit Objektiv*
• Stativ
• Fernauslöser
• Taschenlampe

* Für gute Feuerwerkfotos benötigst Du eine Kamera, an der Du alle Einstellungen (ISO, Blende, Verschlusszeit, etc..) manuell festlegen kannst. Zwar bieten meist alle Digitalkameras einen Nachtmodus, die Belichtungszeiten sind in diesem jedoch nicht ausreichend. Außerdem wird im Nachtmodus in der Regel der Blitz ausgelöst, um im Vordergrund stehende Motive auszuleuchten. Dies bringt für das Fotografieren eines Feuerwerks natürlich nichts.


Geeignete Standorte für Feuerwerkfotos


Fotografie: Terence Tam


Suche einen leicht erhöhten Standort, von dem aus Du das Feuerwerk und die nähere Umgebung überblicken und fotografieren kannst. Damit Du die Flugbahnen der Raketen vom Boden bis zum Explosionspunkt auf das Bild bekommst, solltest Du nicht zu nah an den Abschussbereich herangehen. Werden die Raketen in der Nähe einer Stadt abgefeuert, ist es vielleicht möglich, ein typisches Bauwerk wie eine Brücke mit auf das Bild zu bekommen. Stelle Dich nicht gerade dort auf, wo die größte Menschenansammlung zu erwarten ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass jemand versehentlich Deine Ausrüstung umstößt oder während der Belichtung plötzlich eine Person vor dem Objektiv auftaucht. Außerdem solltest Du darauf achten, dass sich in der Umgebung keine hellen Lichtquellen (Straßenlaternen, Häuser, etc…) befinden, da diese Streulicht verursachen und dadurch möglicherweise auf deinem Bild sichtbar sein werden. Um den geeignetsten Standort zu finden, erkundest Du am besten den Schauplatz, von dem aus Du das Feuerwerk fotografieren möchtest bereits bei Tageslicht und suchst nach den besten Aussichtspunkten.


Die Kameraeinstellungen

Da Du in der Dunkelheit arbeitest, solltest Du eine kleine Taschenlampe mitnehmen, um die Einstellungen an Deiner Kamera ohne Probleme vornehmen zu können. Zunächst solltest Du Deine Kamera auf Manuell (M) stellen und dort “Bulb” – Langzeitbelichtung wählen, um die Belichtungszeit mit einem Fernauslöser selbst bestimmen zu können. Unterstützt Deine Kamera die Langzeitbelichtung “Bulb” nicht, so wähle eine Verschlusszeit von 1- 2 Sekunden. Stelle die Empfindlichkeit auf einen möglichst niedrigen ISO- Wert (ISO 100 oder weniger) und wähle eine große Blendenzahl (Blende 11, 16 oder größer) aus, um eine möglichst große Schärfentiefe zu erzielen. Da der Autofokus im Dunkeln nur befriedigend arbeitet, solltest Du unbedingt manuell auf unendlich fokussieren.

Tipp: Varriiere die Belichtungszeiten, um unterschiedliche Mengen an Raketen und Explosionen auf einem Bild einzufangen. Je länger Du ein Bild belichtest und je mehr Explosionen Du festhältst, desto diffuser und unruhier wird der Bildaufbau.


Bildrauschen mit niedriger Empfindlichkeit vermeiden

Digitalkameras sind in Bezug auf Langzeitbelichtungen leider empfindlicher als analoge Kameras. Da sich der Sensor während der Belichtung erwärmt, wird das so genannte Bildrauschen verstärkt. Um dieses Bildrauschen zu minimieren, solltest Du mit dem niedrigsten ISO- Wert (ISO 100 oder weniger) Deiner Kamera fotografieren und die Verschlusszeit auf maximal wenige Sekunden beschränken.


Bildaufbau auf dem Kameradisplay kontrollieren

Ist die Kamera auf ein Stativ geschraubt und die Einstellungen vorgenommen, sind der Bildaufbau durch die Auswahl eines Standorts und die Brennweite am Objektiv festgelegt, mache die ersten Bilder und kontrolliere rasch den Bildaufbau auf dem Kameradisplay. Dies ist deshalb so wichtig, da wirklich gute Bilder nur dann entstehen, wenn Du auf den Bildaufbau achtest und gegebenenfalls die Umgebung miteinbeziehst. Um einen gelungenen Bildaufbau zu erreichen, solltest Du die Grundlagen der Bildgestaltung berücksichtigen.


Richtiges Timing

Je nachdem, was für eine Kamera Du besitzt, musst Du auslösen, wenn die Rakete abgefeuert wird oder wenn sie explodiert um den besten Effekt zu erzielen. Nennst Du eine Kompaktkamera Dein eigen, so musst Du aufgrund der längeren Auslösezeit Deine Kamera auslösen, wenn die Rakete abgefeuert wird. Fotografierst Du mit einer Spiegelreflexkamera, so reicht es, wenn Du die Kamera während des explodieren der Rakete auslöst.


Die wichtigsten Tipps in Kürze

Der optimale Kamerastandort

Plane genügend Zeit für die Suche nach dem optimalen Kamerastandort ein. Achte außerdem darauf, dass Du ein freies Sichtfeld zum Feuerwerk hast und sich keine hellen Lichtquellen in der Umgebung befinden.


Verwacklungen vermeiden

Arbeite mit einem Stativ und Fernauslöser, um Verwacklungen zu vermeiden.


Das Aufnahmeformat

Wähle im Menü Deiner Kamera das Format “RAW” aus, um die Belichtung nachträglich am PC korrigieren zu können.


Die Kameraeinstellungen

Fotografiere im Manuellen Modus (M) Deiner Kamera und wähle dort Bulb (Langzeitbelichtung) aus. Unterstützt Deine Kamera die Langzeitbelichtung nicht, wähle alternativ eine feste Belichtungszeit zwischen ein bis zwei Sekunden.

Um Bildrauschen zu vermeiden, solltest Du mit dem niedrigsten ISO- Wert (ISO 100 oder weniger) fotografieren. Wähle eine möglichst große Blendenzahl (Blende 11, 16 oder größer), um eine hohe Schärfentiefe zu erzielen.

Der Autofokus wird Dir bei der Feuerwerksfotografie kaum eine Hilfe sein, fokussiere deshalb manuell auf unendlich.


Fazit

Das Fotografieren eines Feuerwerks ist eine Herausforderung und eine allgemeingültige Formel für perfekte Feuerwerkbilder gibt es leider nicht. Dennoch gibt es allgemeine Tricks, die Du berücksichtigen solltest, um spektakulläre Feuerwerkbilder zu fotografieren.


Fotografie (Einleitung): IceNineJon

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5 Kommentare

HannaNo Gravatar

Hallo,
ich bin ein etwas fortgeschrittener Anfänger. Die Einstellungen
und Ratschläge haben mir sehr geholfen und sie werden mir bei
meinen ersten Feuerwerksaufnahmen zu gute kommen. Ab heute
steht “Fotoholiker ” auf meiner Favoritenliste.

Alexander SpankeNo Gravatar

Guten Morgen,

sehr schöner Artikel, war selber erst vor kurzem noch beim Winterfeuerwerk in Dortmund, wenn die Funktion vorhanden gibt es auch interessante Effekte mit Mehrfachbelichtungen :).

Gruß
Alex

FlorianNo Gravatar

Hilfreich als Alternative zur Taschenlampe ist auch immer ein Headlight. Dann hat man beide Hände frei.

Feuerwerk

[...] nachgefragt und auch eine Menge gefunden. Besonders gut gefallen hat mir der Bericht von dem Blog Fotoholiker hinter dem sich eine junge Frau verbirgt, Julia Stern. [...]

Kleine33333No Gravatar

Hi Du…

Deine Beschreibung und die Tipps, wie man Feuerwerk fotografiert haben mir sehr gut geholfen… meine Bilder sind sehr gut geworden …. Danke dafür

vg Kleine

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