Dies ist ein weiterer Gastartikel von Michael Wessel. Michael Wessel beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit der Fotografie und ist seit einem Jahr als freier Fotograf selbständig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Portrait, Beauty, Akt, Fashion und Wedding- Fotografie. Michael Wessels Arbeiten findest Du unter der Fotomanufaktur Wessel.
In Michaels erstem Gastartikel “Trau Dich: Hochzeitsfotografie” machte er darauf aufmerksam, worauf es bei der Hochzeitsfotografie ankommt. Die Hochzeitsfotografie ist eine Herausforderung für jeden Fotografen. So auch die Aktfotografie, um die es sich in diesem Artikel dreht.
Mach Dich nackig!
Irgendwann (…vielleicht aber auch nie) kommt die Frage nach Aktfotos auf. Entweder bekommt man eine Anfrage oder man selbst möchte sich in die hohe Kunst der Aktfotografie wagen. Das größte Problem dabei ist ein Foto zu schießen, dass erotisch ist, nicht viel zeigt und dabei auch noch Ausdruck hat. Jetzt einfach seine Frau oder Freundin ausziehen und im Wohnzimmer auf dem Ikea- Sofa ein bisschen räkeln lassen reicht einfach nicht aus. Wenn man aber ein paar Kleinigkeiten beachtet, sollte es aber kein großes Problem sein und mit ein bisschen Erfahrung steigert sich auch die Qualität der Fotos.

Die Wahl des Models
Für das erste mal kann ich nur dazu raten sich ein Model zu suchen, die Erfahrungen im Bereich der Akt- Fotografie hat. Es gibt genügend Internet- Portale, wo man auch als Anfänger Möglichkeiten hat ein Model zu buchen. Die meisten haben dann auch so viel Erfahrung, dass Sie auch noch ein paar Tipps & Tricks verraten können, was immer sehr lehrreich ist. Sollte sich jetzt doch die Schwägerin angemeldet haben, ist es ratsam vorher alles zu klären, was es zu klären gibt. Generell ist es wichtig hierbei mit offenen Karten zu spielen. Ein Akt- Shooting dauert einfach ein wenig länger, als ein normales Portrait- Shooting. Wenn man kein eigenes Portfolio hat oder keine direkten Ideen, schaut man sich einfach ein paar Bilder der Großen an (Helmut Newton, Günter Blum usw.), um zu bestimmen in welche Richtung es gehen wird. Vielleicht sucht man sich gemeinsam ein paar Bilder aus, um diese umzusetzen. Aber nicht übertreiben für den Anfang.
Vor dem Shooting
Wenn klar ist, was für Bilder gemacht werden sollen, dann geht es los. Während man selbst das Licht aufbaut usw. sollte das Model sich schon mal ausziehen und in einen Bademantel schlüpfen. So verschwinden schon mal die Abdrücke der Kleidung. In der Zeit kann sich das Model schon mal schminken oder wenn vorhanden die Visagistin loslegen. Je nachdem, was man macht sollte man auch für eine angenehme Temperatur im Raum sorgen.

Vertrauen aufbauen
Das Model ist geschminkt, das Licht steht. Jetzt kann es eigentlich los gehen. Ich empfehle grundsätzlich langsam anzufangen. Das Model, gerade wenn es “Anfänger” sind muss erstmal warm werden. Viele sind verunsichert und das sieht man dann auch in den Bildern. Einfach mal ein paar ganz lockere Fotos machen, ruhig im Bademantel. Ein bisschen für gute Laune sorgen. Das bringt schon mal eine ganze Menge. Bei einem Akt- Shooting mit Frauen, die das noch nie vorher gemacht haben, rechne ich in der Regel immer eine zusätzliche Stunde mit ein. Einfach nur ein paar Portraits, ein paar Ausdrücke üben. Das bringt so viel. Das Model bekommt dann ein besseres Gefühl für sich und für die Kamera. Bei Profis ist das in der Regel nicht so intensiv notwendig. Eine gute Hilfe ist es auch wenn die beste Freundin des Models dabei ist. Sie kann hier und da mal einen Reflektor halten und die Freundin motivieren. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit der Zeit bekommt man als Fotograf auch immer mehr das Gefühl, dass das Model immer mehr Vertrauen zu einem bekommt. Wenn das Vertrauen da ist, kann man mit dem eigentlichen Shooting beginnen.
Dont’s…
Es gibt die wildesten Ideen und Geschichten, was Fotografen getan haben oder sich haben einfallen lassen.
Hier mal ein paar Beispiele was man auf keinen Fall tun sollte:
Kein Alkohol. Es ist okay, wenn das Model vielleicht mit Ihrer Begleitung ein Gläschen Sekt trinkt, aber sich “locker” zu trinken funktioniert einfach nicht.
Ich habe die Geschichte schon oft gehört, dass der Fotograf sich auch ausgezogen hat, was ein absolutes “no go” ist.
Als Fotograf ist es wichtig trotz der “Kamera-Nähe” die nötige Distanz zu waren. Ein sabbender Fotograf, der die ganze Zeit auf das Model starrt, ist sicherlich nicht in der Lage ein gutes Foto zu machen.
Mit dem nötigen Respekt und Fingerspitzengefühl beim Umgang mit dem Model ist es keine große Hexerei, schöne und erotische Aufnahmen zu zaubern. Das sollte auch immer beherzt werden. Damit wäre der Grundstein für gute Akt- Aufnahmen gelegt. Im nächsten Teil geht es dann um das Posing, die Perspektive und um das Licht.
Michael Wessel


Guter Artikel. Immer für einen Lacher gut: Die Dont´s.
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[...] Hill Look“, Michael Weßel schrieb den Artikel “Trau Dich: Hochzeitsfotografie” & “Einblicke in die Aktfotografie“, Sven Seebeck berichtet im Artikel “Erkenntnisse aus der Landschaftsfotografie” über [...]
Auch ein No-Go für mich als Fotografin ist im übrigen, wenn die weiblichen Modelle Ihren Freund/ Mann mitbringen.
Oft sind sie dann doch sehr gehemmt, wenn der Freund/ Mann dabei zu guckt und evtl. eine Seite an seiner Liebsten entdeckt, die er vorher nicht kannte.. Einmal hab ich den Freund mal zum Pizza holen geschickt, obwohl die auch liefern, aber in dieser halben Stunde haben wir die besten Bilder an dem Tag geschossen.
Schöner Artikel!
Ich kenne das auch. Aktshootings sind immer sehr anstrengend. No go´s sind immer sehr variabel. Absprache vor den Shootings sind somit zwingend nötig und ich habe damit immer eine gute Erfahrung gemacht.
Obwohl ich immer selber nackt fotografiere! :-) War ein Scherz.
MFG Oliver
Also- erotisch, sinnlich ist aber was anderes. Der schwarze Engel sieht aus als ob er einen riesen Wanderrucksack auf dem Rücken hat und bald vorn über kippt, weil dieser zu schwer geworden ist. Das hat mit Erotik nach meinem Empfinden nichts zu tun, wenn ich das Bild sehe denke ich eher an Rückenschmerzen- sorry :).