die große Spiegelreflexkamera-Verlosung

Dies ist ein Gastartikel von Michael Wessel. Michael Wessel beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit der Fotografie und ist seit einem Jahr als freier Fotograf selbständig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Portrait, Beauty, Akt, Fashion und Wedding- Fotografie. Michael Wessels Arbeiten findest Du unter der Fotomanufaktur Wessel.


Mal ehrlich: Germany’s next Topmodel gesehen? Doch bestimmt. Ich gucke es auch. Okay, nur aus beruflichen Gründen und das ist auch ein wenig gelogen. Es ist immer interessant zu sehen, wie die großen Fotografen der Welt arbeiten. Im Grunde arbeiten Sie nicht viel anders als die nicht ganz so großen. Sie haben eine Idee und setzen diese um. Schade, dass bei der Sendung die Models im Vordergrund stehen und nicht die Fotografen. Ich denke aber man kann auch so eine Menge lernen und etwas mitnehmen. Und auch wenn man keine zehn- köpfige Crew um sich rum und ein riesen Budget hat, ist es trotzdem möglich die eine oder andere Bildidee zu kopieren und vielleicht auch seinen eigenen Stil mit einfließen zu lassen.


Also wollte ich mich an diesem berühmten Regenshooting versuchen. Wenn schon denn schon. Wer es nicht gesehen hat, hier eine kurze Beschreibung des Shootings.
Der Fotograf Rankin (www.rankin.co.uk), der wirklich einer der ganz Großen ist, hat in L.A. eine Straße absperren lassen. Es wurde ein großes Gerüst aufgebaut, bei dem aus einigen Metern Höhe sehr große Wassersprenger installiert wurden. Die Models sollten dann in Unterwäsche unter diesen Wassermassen posen. Um die wirklich sehr dicken Wassertropfen sichtbar zu machen, fand das Shooting nachts statt. Dass es sehr kalt war, muss ich ja jetzt nicht noch extra erwähnen


Niemand von uns wird jetzt aber mal eben eine Straße absperren können und ohne Beziehungen zur Feuerwehr wird es auch nicht so einfach möglich sein solche Mengen an Wasser zu produzieren. Von einem hohen Gerüst mal ganz zu schweigen. Also muss man improvisieren und hier ist dann auch wieder die Kreativität gefragt. Dies ist auch einer der Gründe, wieso es sich auch manchmal lohnt, ein Foto oder eine Fotoidee zu kopieren.


Das Set

Der Aufbau ist eigentlich ganz simple. Wir haben draußen mit Molton. Stoff einen schwarzen Hintergrund gespannt. Weil mir meine Blitzköpfe zu schade waren, haben wir links und rechts zwei Baustrahler aufgestellt, um das Model und den Regen von beiden Seiten anzuleuchten. Vorne links war ein Beautydish und vorne rechts ein Reflektor. Den Reflektor habe ich genutzt, weil ich härtere Schatten wollte. Mir war es wichtig, das Model nicht einfach weich und gleichmäßig auszuleuchten.


Das Set

Wir haben wirklich einige Regenexperimete gemacht. Das beste Ergebnis hatten wir dann mit einem einfachen Gartenschlauch, womit ein Assistent an der Seite einfach nach oben spritzte, erzielt. Das Wasser viel dann regenartig auf das Model. Das sah bei unseren Tests schon ganz gut aus. Natürlich konnten wir nicht so dicke Regentropfen wie unser Vorbild produzieren, aber das war auch schon okay.


Warten auf die Nacht

Natürlich konnten wir nicht am Tage shooten. Die Tropfen hätte man nicht gesehen und der Effekt wäre nicht zu sehen. Also mussten wir darauf warten, dass es dunkel wird. Das Shooting war mit fünf tapferen Models geplant, die auch schon ein bisschen eher eintrafen. Als es dunkel wurde, habe ich nochmal das Licht eingemessen. Dann hatten wir ein paar “trocken” Posen geübt, damit die Models auch warm wurden. Und dann hieß es Wasser marsch.


Regenshooting


Bei einem Shooting dieser Art kann man nicht viel korrigieren. Man hat nicht viel Zeit. Das Model friert und es ist keine Zeit für große Erklärungen. Man muss einfach in zwei Sessions shooten, um eventuelle Dinge zu korrigieren. Schwer war für uns auch der Wind. Kaum kam ein Windstoß, verschwanden die Regentropfen im Dunkeln oder gingen auf meine Lampen los.

Die Models waren aber alle sehr gut drauf und auch als es 00:00 Uhr und richtig kalt wurde, haben sie trotzdem weiter gemacht. Alle hatten Spaß und der ganze Aufwand hatte sich auch gelohnt. Außerdem hat man wieder etwas gelernt.


Regenshooting

 

Mal machen…

Es muss nicht immer die eigene Idee sein. Man kann auch mal Ideen aufschnappen und selbst umsetzen. Auch das fördert die Kreativität. Wie siehts bei Dir aus? Wolltest Du auch schon mal ein Bild nachstellen, hast Dich aber bisher nie getraut? Nicht nachdenken, einfach machen und vielleicht kommt ja noch was Besseres dabei raus!

CHIP 100 sichern!

9 Kommentare

beeNo Gravatar

Wow, das schaut echt gut aus! Besonders gefällt mir der Boden, der einen wirklich glauben lässt, dass es sich um eine nasse Straße handelt.

Patrick LudewigNo Gravatar

Super Fotos sind draus geworden. :) Und man sieht auch wenig Gänsehaut. Wobei ich die Bilder etwas zu rot finde, vielleicht hätte man anderen WB genommen oder nachbearbeitet? Naja – trotzdem gut. :)

Tamer GonzalezNo Gravatar

Die Fotos sind echt klasse.

Michael WeßelNo Gravatar

Hallo,

erstmal vielen Dank für das Feedback.

@Patrick: Arbeitest du mit einem kalibrierten Monitor?

LG Michael Wessel

Oliver UeberschärNo Gravatar

Super Idee! Vielleicht setze ich das auch mal um.

FrankNo Gravatar

Tolle Idee und wirklich sehr schöne Bilder!!!

AndreasNo Gravatar

Prima Artikel!

Hat bestimmt ‘n riesen Spaß gemacht. Ist eigentlich irgendwas in Rauch aufgegangen ?
Du hast ja den seitlichen Wind erwänt der deinen Lampen zu schaffen machte :-)

Das mit den Ideen finde ich eh überbewertet. Ich glaube alles wurde schon irgendwo von irgendwem
bereits umgesetzt / fotografiert.

Bei den Bilder könnte ich mir auch einen “Alltagshintergrund” vorstellen.Eine Mauer,Schrottplatz ect. pp.

LG
Andreas

KallieyNo Gravatar

Klasse Idee und super Fotos.

Respekt!

RolandNo Gravatar

Ja, die Idee von Rankin war schon nicht schlecht. Wir wollen das auch mal wagen. Haben dazu unser Set gerade getestet. Allerdings nur mir 2 Tageslicht-Baustrahlern hinten, Hintergrund eine Koniferenhecke, ca. 2 m groß und schön dicht.
Die Baustrahler haben wir hinten in die Hecke gestellt, ca. 3 m auseinander. Dann diente uns eine Gartenbrenntonne als Model. Den Regen auch aus dem Gartenschlauch. Das ‘Model’ ca. 2 m vom Hintergrund in der Mitte der Baustrahler positioniert.
Der 3. Baustrahler stand auf dem Garagendach ca. 8 m vom ‘Model’ entfernt und in ca. 2,20 m Höhe.
Der Fotograf stand vorm Model, ca. 5 m entfernt.
Dann mit einem 70-200/2,8er von Canon und auf M gestellt. Dann auf 1/15 und F2,8, ISO 100.
Damit haben wir ein ganz brauchbares Ergebnis erzielt. Wenn dass dann in dem richtigen Shoot auch so funktioniert – super.
Demnächst kommen richtige Models und dann wird “scharf” geschossen. Mal sehen.
LG

Hinterlasse einen Kommentar