In diesem Artikel möchte ich auf die neun häufigsten Anfängerfehler beim Fotografieren aufmerksam machen. Vielleicht kennst Du selbst noch Deine häufigsten Anfängerfehler, oder machst möglicherweise manche Fehler davon noch unbewusst? Sollte dies der Fall sein, zerbreche Dir nun nicht den Kopf darüber. Auch mir ging es zu Beginn nicht anders und betrachte ich heute meine früheren Fotografien, so muss ich doch teilweise schmunzeln, welche Fehler (die mir damals überhaupt nicht bewusst waren) ich zu dieser Zeit beim Fotografieren gemacht habe.
1. Hauptmotiv mittig platziert
Bei 90% aller Bilder von Anfängern befindet sich das Hauptmotiv in der Bildmitte. Im Grunde logisch, denn das Hauptmotiv ist uns wichtig und auf diese Weise wollen wir es im Bild zeigen. Natürlich darf man ein Motiv mittig im Bild platzieren, nur wirken diese Bilder so meistens langweilig. Mache beim Fotografieren einmal einen Test. Fotografiere das ein und das selbe Motiv einmal in der Mitte, auf der linken und auf der rechten Seite platziert. Beim Betrachten wirst Du feststellen, dass die beiden Bilder mit der seitlichen Anordnungen des Motivs viel spannender wirken.
2. Übersichtsaufnahme
Viele wollen auf ihren Bildern viel zu viel zeigen. Leider verwirren aber die vielen Elemente auf dem Bild mehr, als sie nützen. Ein einzelnes Motiv kann viel besser wirken, wenn es nicht mit anderen Motiven in einem Bild konkurrieren muss und sich somit den Blick des Betrachters erkämpfen muss. Reduziere aus diesem Grund die Elemente im Bild und fokussiere Deinen Blick gezielt auf ein Detail, welches Du dann fotografierst.
3. Ungünstige Perspektive
Die gewählte Perspektive ist ein sehr wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie. Hierbei machen viele den Fehler, beispielsweise Tiere oder Kleinkinder aus einer sehr ungünstigen Perspektive (von oben herab oder von unten nach oben) zu fotografieren. Fotografiert man ein Tier oder eine Person von oben herab, wirkt es auf dem Bild, als hätte der Betrachter die Macht über die Person oder das Tier. Wird das Tier oder die Person von unten herauf fotografiert, so erweckt man den Eindruck, diese habe die Macht über den Betrachter. Selbstverständlich kann man diese Perspektive bewusst bei der Bilgestaltung einsetzen, normalerweise sollte man sie jedoch vermeiden und stattdessen das Tier oder die Person immer auf Augenhöhe fotografieren.
4. Kontrastarme Bilder
Den Blick des Betrachters Deines Bildes kannst Du nur dann fesseln, wenn Dein Bild Kontraste aufweist. Was bedeutet das genau? Kontrastarme, flaue Bilder empfindet das menschliche Auge als uninteressant und langweilig. Ganz egal, wie gut ein Bild komponiert wurde, sind die Farben im Bild flau, so wirkt es langweilig auf uns. Doch wie erzielst Du ein kontrastreiches Bild? Dies ist beispielsweise in der Natur sehr stark vom jeweiligen Wetter abhängig. An einem trüben, regnerischen Tag wirst Du nie ein so sattes, strahlendes Bild erreichen, als an einem sonnigen Tag bei schönem Wetter. Dennoch kannst Du bei einem flauen Bild sehr einfach die Kontraste mit einem Bildbearbeitungsprogramm erhöhen.
5. Zoomen statt bewegen
Beobachtet man Anfänger mit Kompaktkameras beim Fotografieren, so stellt man häufig fest, dass diese zoomen was das Zeug hält. Dabei vergessen sie, dass der beste Zoom ihre Beine sind. Deshalb: Bewegung hat noch keinem geschadet und die Beine sind der beste Zoom beim Fotografieren überhaupt.
6. In Kamerainternen Farbmodi fotografieren
Anfänger neigen häufig dazu, die Kamerainternen Farbmodi wie zum Beispeil den Schwarz- Weiß- Modus oder den Sepial- Modus sehr gerne zu nützen. Diese Programme in der Kamera sind zwar ganz nett, Du solltest sie jedoch besser meiden, denn häufig stellt man beim späteren Betrachten der Bilder auf dem PC fest, dass ein Bild in diesem monochromen Ton wenig zur Geltung kommt. Doch dann ist es bereits zu spät und Du könntest das Bild nur mühselig mit einem Bildbearbeitungsprogramm einfärben. Eine bessere Variante ist deshalb, immer im Farb- Modus zu fotografieren und ein Bild nachträglich in einem Bildbearbeitungsprogramm dementsprechend zu bearbeiten (in Schwarz- Weiß umwandeln, etc..).
7. Gelungenes Bild mit einem schönen Motiv verwechseln
Sowohl Anfänger als auch Profis neigen manchmal dazu, ein gelungenes Bild mit einem schönen Motiv zu verwechseln. Dies ist stark vom Motiv bzw. von den Vorlieben des Fotografen abhängig. Beispiel: Wenn Du in jemanden verliebt bist und diese Person fotografierst, wirst Du davon überzeugt sein, dass es gelungene Fotos sind. Egal wie schlecht die Fotografien selbst sind (Bildaufbau, Perspektive, Haltung, etc..) Dir gefällt das Bild, weil Du das Motiv magst. Deine Bilder solltest Du deshalb immer kritisch betrachten und Deine Vorlieben bei der Beurteilung Deiner Bilder ignorieren.
8. Fotos aussortieren
Fotografieren macht sehr viel Spaß. Deshalb sammeln sich auf dem PC jede Menge Fotos an. Doch viele Personen neigen dazu, jedes Bild, egal wie gut oder schlecht es ist aufzuheben und die Bilder nicht auszusortieren. Doch gerade das Aussortieren will geübt sein, um selbst erkennen zu können, welche Bilder gelungen sind und welche weniger gelungen sind.
9. Nur mit einer teuren Kamera kann man gute Bilder machen
Ein weit verbreiteter Irrglaube unter Anfängern ist der, gute Bilder würden nur mit einer teueren Kamera (welche die Profis besitzen) entstehen. Dass ihre Bilder also nicht so gut sind, liegt an ihrer Kamera. Das ist jedoch falsch, denn der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera! Ein guter Fotograf wird auch mit einer günstigen Kamera tolle Bilder machen, da er die Grundlagen der Bildgestaltung beherrscht. Und genau so ist es auch anders herum: Auch ein Anfänger, der weder über das nötige Wissen der Bildgestaltung, noch über die Einstellungen an der Kamera verfügt, kann mit der besten und teuersten Kamera ein schlechtes Bild machen.
Julia Stern


Hi Julia,
sind echt gute Tipps und Ich merke immer wieder als blutiger Anfänger, wie ich immer den einen oder anderen Fehler mache. Am meisten Probleme habe Ich beim aussortieren der Fotos. Ich kann mich immer noch sehr schwer von schlechten Aufnahmen trennen :-( Da muss Ich noch viel härter werden!
Viele Grüße
Thomas
Schöne grundlegende Tipps, welche einem Anfänger mit einer Digicam weiterhelfen um sie sich beim fotografieren ins Gedächtnis zurück zu rufen. Denn viele wissen gar nicht, was sie mit ihrer neu erstandenen kleinen Kamera alles anstellen können.
Gute Tipps! Eine Anmerkung: konsequent aussortieren ist sicher total wichtig. Aber: Der Geschmack ändert sich, die Kenntnisse erweitern sich, die Sichtweise wird anders. Ich habe in meinen Anfängen viele Negative zerstört – und das später zu tiefst bereut.
Mein Tipp also:
Fotos auf dem PC zunächst einer Kurzprüfung unterziehen und nur löschen, was wirklich vollkommen unbrauchbar ist (nichts auf dem Bild drauf; komplett und unkorrigierbar über/ unterbelichtet etc.). Den ganzen kompletten Rest auf eine externe HD oder eine DVD kopieren, am besten beides :-).
Wichtig: “hier bin ich hässlich”, “dieser Gesichtsausdruck ist doof” usw. sind keine Kriterien zum Wegwerfen – das siehst du in ein paar Jahren komplett anders! Und andere Personen sehen es nochmal anders.
Dann: immer nur mit Kopien arbeiten, die Originale stets unangetastet lassen! Ich kopiere also alle Bilder in ein neues Verzeichnis und da gehe ich dann radikal an die Auswahl. Alles Zweifelhafte weg (ich kann es ja später immer noch wieder aus den Originalen fischen, falls ich mal anders denke). Die Auswahl mal über Nacht oder ein paar Tage liegen lassen und anschließend nochmal dahinter gehen und aufs Beste beschränken. Schließlich diese Auswahl bearbeiten (Ausschnitte, Farbkorrekturen…).
Viel Spaß!
Das sind ja gute Tipps geworden. Das Problem mit dem Aussortieren habe ich auch immer wieder.